Theodor Pekol

Theodor Pekol lebte von 1888 bis 1958 und war sowohl als Busunternehmer als auch als Konstrukteur von Bussen tätig.

Theodor Pekol (Quelle: www.omnibusarchiv.de)

Ab 1914 betrieb er zunächst in Sillenstede, das heute zur Stadt Schortens gehört, einen Gemischtwarenhandel mit Gastronomie. Dieser Gemischtwarenhandel wird übrigens heute noch im selben Haus geführt, wenn jetzt auch unter dem Namen Ohmstede. 

Gemischwarenhandel und Gastronomie Pekols in Sillenstede, zugleich auch Geschäftshaus (Quelle: Chronikkreis Sillenstede)

Da Pekol aber im Ersten Weltkrieg als Fahrlehrer eingezogen wurde, musste er seine Tätigkeit als Händler und Gastwirt zumindestens vorübergehend aufgeben. 

Nach seiner Rückkehr konstruierte er in Sillenstede mithilfe handwerklich tätiger Nachbarn seine ersten Busse, darunter ein Fahrzeug, das aus einem LKW-Fahrgestell mit Holzaufbau bestand. Dieser Bus wurde zunächst im Arbeiterverkehr eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt war seinem Betrieb auch eine Tankstelle angegliedert. 

Rohbau eines von Pekold ersten Bussen in Sillenstede (Quelle: Chronikkreis Sillenstede)

Die Werkstatt Pekols in der Stellmacherei Graalmann, Sillenstede (Quelle: Chronikkreis Sillenstede)

Da Pekol schnell Probleme mit der Post bekam, beantragte und erhielt er 1920 eine Liniengenehmigung. Da dies eine Vergrößerung des Betriebs bedeutete, wurde der Schwerpunkt des Busunternehmens nach Jever verlegt - dorhin, wo sich heute der Theodor-Pekol-Parkplatz, wichtigster Reisebusparkplatz in Jever, befindet. Mit der Zeit expandierte der Betrieb, neue Linien wurden hinzugefügt. 1932 übernahm er sogar den Stadtverkehr in Oldenburg. 

Aus Kostengründen führte er schließlich zu diesem Zeitpunkt neuartige Bustypen ein: Dieselbetriebene Busse und Oberleitungsbusse. Letztere waren zwischen von 1944 bis 1954 sogar auf einer Linie zwischen Jever und Wilhelmshaven unterwegs. Daneben gab es auch O-Buslinien innerhalb Wilhelmshavens und Oldenburgs, wo bis zu 20 derartige Fahrzeuge im Einsatz waren. Zudem hatte er die innovative Idee, Fahrgestelle für Omnibusse mit Heckmotoren auszustatten und somit vom herkömmlichen LKW-Fahrgestell abzuweichen - eine wichtige Neuerung, die heute von nahezu alles großen Omnibusherstellern angewandt wird. 

Pekol Heckmotorbus (Quelle: www.omnibusarchiv.de)

O-Bus auf der Linie von Jever nach Wilhelmshaven, aufgenommen in der Mühlenstraße in Jever (Quelle: Chronikkreis Sillenstede)

Während des Zweiten Weltkrieges wurden auch einige seiner Fahrzeuge eingezogen. In der Nachkriegszeit entwickelte er Anhänger für Omnibusse sowie ein selbsttragendes Fahrzeug mit unterflurig liegendem Heckmotor, der aus einem stehenden Henschel-Motor umgebaut worden war, und Einzelradaufhängung. Dieser erste selbsttragende Bus war wegbereitend für zahlreiche Fahrzeuge anderer Hersteller und erhielt die Typenbezeichnung P30. Das Patent auf diese Bauweis wurde an die Firma Kässbohrer verkauft, die auf Grundlage des P30 den ersten serienmäßig produzierten, selbsttragenden Bus, den Setra S 8, baute.

Pekol P 30 (Quelle: www.omnibusarchiv.de)

Innenansicht Pekol P 30 (Quelle: www.omnibusarchiv.de)

Es folgte 1954 ein Fahrzeugtyp in Leichtbauweise mit stehendem Heckmotor. Das Patent auf diese neue Entwicklung verkaufte Pekol schließlich an Kässbohrer-Setra, das diesen Bus als Setra SP, wobei P für Pekol steht, weiterbaute. 

Setra SP (Quelle: www.omnibusarchiv.de)

Kurz vor seinem Tode 1958 baute Pekol noch einen Reisebustyp, danach endete die Zeit der Eigenbauten bei der Firma Pekol. Der Reiseverkehr wurde später von der Firma Wolters Reisen übernommen. 1986 ging der Rest von Pekol an die Stadt Oldenburg über, die den Stadtverkehr jetzt unter dem Namen VWG betreibt.

Liniennetz Pekols im nördlichen Landkreis Friesland 1963 (Quelle: Chronikkreis Sillenstede)

Heute gibt es in der Alexanderstraße in Oldenburg eine Ausstellung über Theodor Pekol, zu der auch einige Busse als Exponate gehören. Zudem hatte der Chronikkreis Sillenstede im ehemaligen Rathaus des Dorfes von 2008 bis 2009 eine Ausstellung eingerichtet, die nach Anmeldung besichtigt werden konnte. 

Erhaltener Stadtbus von Pekol im Besitz des Vereins für Verkehrsgeschichte in Oldenburg; vielen Dank für das Foto an Walter Fleischauer

Erhaltener Reisebus von Pekol im Besitz des Vereins für Verkehrsgeschichte in Oldenburg; vielen Dank für das Foto an Walter Fleischauer