Der Nordwestdeutsche Fahrzeugbau (NWF)

Von 1946 bis 1955 wurden in Wilhelmshaven Omnibusse gebaut, und zwar von der Firma NWF (Nordwestdeutscher Fahrzeugbau), die im Industriegelände West ansässig war.

Zu ihrer Blütezeit gab sie 1200 Menschen Arbeit. Das Erfolgsrezept des NWF beruhte auf einer Zusammenarbeit mit dem Bremer Professor Henrich Focke, aus der eine dem Flugzeugbau entlehnte selbsttragende Gerippebauweise resultierte. Bei dieser wurde die Karosserie nicht mehr auf das Fahrgestell montiert, sondern ein Gerippe erstellt, an das die Achsen befestigt wurden. Außerdem enthielten diese Busse sehr viel Aluminium, was für zusätzliche Leichtigkeit sorgte. Auch optisch muteten Fahrzeuge dieser Bauart sehr futuristisch an und erinnerten an ein Flugzeug.

Das bekannteste Produkt des NWF war der Schienenstraßenbus BS 300, der dank abnehmbarer Spezialachsen zusätzlich über die Besonderheit verfügte, sowohl auf der Straße als auch im Schienenverkehr eingesetzt werden zu können. Diesem wurde der kleine Bus BK (Bus Klein) entlehnt, der im Gegensatz zum BS 300, der nur im Reise- und Überlandverkehr fuhr, in sehr unterschiedlichen Ausstattungen angeboten wurde.

Insgesamt existieren heute nur noch zwei Busse, die der NWF hergestellt hat: Ein sich in einem Essener Museum befindlicher BS 300 und der hier gezeigte BK des Vereins "Wilhelmshavener Verkehrsgeschichte".

Letzterer war 1954 hergestellt worden und zunächst als Wagen 68 bei den Stadtwerken WHV bis 1967 im Einsatz. Dann wurde er von einem Mühlen- und Maschinenbauer aus der Umgebung von Esens gekauft. 1987 wurde das zu diesem Zeitpunkt stark verfallene Fahrzeug vom Verein "Wilhelmshavener Verkehrsgeschichte" entdeckt und restauriert.

 

Hier einige Bilder des restaurierten NWF BK: